Antrag auf Benennung einer Straße nach Prof. Dr. med. Alois Alzheimer

Herrn Oberbürgermeister
Klaus Herzog

Antrag auf Benennung einer Straße nach Prof. Dr. med. Alois Alzheimer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Unabhängige Bürgervertretung (UBV) beantragt, nach dem weltbekannten Arzt, Forscher und Publizist, Prof. Dr. med. Alois Alzheimer (1864-1915), in Aschaffenburg eine Straße zu benennen.

Begründung:

Alois Alzheimer und seine Familie haben enge Beziehungen zu unserer Heimatstadt und der Region.

Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 in Marktbreit geboren, kam als Zehnjähriger nach Aschaffenburg und absolvierte hier das Kronberg-Gymnasium. Er studierte von 1883 bis 1888 Medizin in Berlin, Tübingen und Würzburg.

Von Dezember 1888 bis März 1903 war Alois Alzheimer Assistenzarzt und Oberarzt an der Städtischen psychiatrischen Klinik in Frankfurt a. M. Dort behandelte er ab November 1901 die erste bekannte Alzheimer-Kranke, die 51-jährige Auguste Deter, geb. Höhmann (1850-1906), aus Kassel in Nordhessen.

Als Oberarzt Prof. Dr. med. Emil Kraepelins (1856-1926) vollendete er 1904 an der Psychiatrsichen Universitätsklinik in München seine Habilitation mit einer Abhandlung über die progressive Paralyse (Gehirnerweichung).

Chefarzt Emil Kraepelin gebrauchte in der 1910 erschienen 8. Auflage seines Psychiatrie-Lehrbuches erstmals den Begriff „Alzheimersche Krankheit“.

Im Herbst 1912 wurde Alois Alzheimer von Wilhelm II. (1859 -1941) als Chefarzt und Professor für Psychiatrie und Neurologie an die Universität Breslau berufen.

In Breslau starb Alois Alzheimer am 19. Dezember 1915 an einer Herzerkrankung und Nierenversagen. Er wurde neben seiner Frau Cecile Alzheimer, verw. Geisenheimer, geb. Wallerstein (1860-1901), auf dem Hauptfriedhof von Frankfurt a. M. beerdigt.
Alois Alzheimers Vater, Eduard Alzheimer (1830-1891), ging auf das Aschaffenburger Kronberg-Gymnasium, studierte in Würzburg Rechtswissenschaften und wurde Notar in Marktbreit und Aschaffenburg. In Aschaffenburg wohnte die Familie in der Dalbergstraße 28.

Vater Eduard Alzheimer, Mutter Therese Alzheimer, geb. Busch (1840-1882), aus Würzburg, und Stiefmutter Martha Alzheimer, geb. Geiger (1879-1929), aus der Aschaffenburger Dalbergstraße 15 sind auf dem Altstadtfriedhof beigesetzt.

Onkel und Taufpate, Johann Alois Alzheimer (1837-1901), absolvierte das Kronberg-Gymnasium in Aschaffenburg, studierte in Würzburg katholische Theologie, war Kaplan in Sulzfeld und Benefiziat in Großwallstadt.

Onkel und Firmpate, Karl Alzheimer (1827-1904), ging auf das Kronberg-Gymnasium, studierte in Würzburg katholische Theologie, war Pfarrer und Dekan von Großwallstadt sowie in Aschaffenburg Religionslehrer, Pfarrer von St. Agatha, Direktor der Maria-Ward-Schule, Vorsitzender des St. Elisabethen-Vereins und Mitbegründer des hiesigen Tierschutzvereins. Zum golden Priesterjubiläum wurde er für seine sozialen Verdienste im Oktober 1900 vom Stadtrat zum fünften Ehrenbürger Aschaffenburgs ernannt.

Der Geistliche Rat Karl Alzheimer sowie Alois Alzheimers Tanten, die Pfarrhaushälterinnen Anna Alzheimer (1824-1891) und Maria Alzheimer (1841-1931), sind auf dem Altstadtfriedhof beerdigt.

Onkel Ferdinand Alzheimer (1822-1867), ging auf das Kronberg-Gymnasium und war Lehrer in Marktheidenfeld, Niedernberg und Sulzbach a. M.

Großvater Johann Alzheimer (1797-1880) war Lehrer in Aschaffenburg, Rengersbrunn, Biebergemünd-Cassel >das damals den Aschaffenburger Stiftsherren gehörte<  und  Niedernberg.

Alois Alzheimers Brüder absolvierten ebenfalls das Aschaffenburger Kronberg-Gymmasium. Karl Alzheimer (1862-1924) wurde Staatsanwalt in Aschaffenburg und Nürnberg sowie Ministerialrat in München, Alexander Alzheimer (1870-1943) war Kaplan in Großostheim und Wenighösbach sowie Pfarrer in Kleinwallstadt.

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Blatt
UBV-Fraktionsvorsitzender

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